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Regional einkaufen: Warum Nähe nicht automatisch nachhaltig ist – und trotzdem viel bewirken kann
Wir alle kennen das Gefühl: Wenn ein Produkt aus der Nähe kommt, wirkt es automatisch umweltfreundlicher. Kurze Wege, vertraute Höfe, bekannte Regionen, dies beeinflusst oft unsere Kaufentscheidung. Doch die Daten zeigen: Ganz so einfach ist es nicht. Entscheidend ist nicht nur der Ort, sondern das System dahinter. Die Regionalität hat jedoch ihre Vorteile.

Ein Beispiel: Ein Apfel aus Neuseeland kann im Frühling klimafreundlicher sein als ein regional gelagerter Apfel aus dem Kühllager. Das liegt daran, dass Transport im Schnitt nur einen relativ kleinen Teil der Klimabelastung von Lebensmitteln verursacht. Viel entscheidender ist, wie etwas produziert, gelagert und verarbeitet wird. Saisonfremde Produktion oder lange Kühllagerung können den CO₂-Vorteil regionaler Produkte rasch mindern.
Was bedeutet das für dich?
Nachhaltigkeit ist kein Bauchgefühl, sondern ein durchdachtes Zusammenspiel vieler Faktoren: Saison, Lagerung, Energieeinsatz, Transparenz und Produktionsmethoden. Genau dort hat Bio viel zu bieten, denn Bio hält sich an strenge Rechtlinien und unterzieht sich regelmässigen Kontrollen, wie etwas entsteht und welche Ressourcen eingesetzt werden. So kannst du fundierte Entscheidungen treffen – statt dich auf reine Nähe zu verlassen.
Und trotzdem: Regionalität lohnt sich
Auch wenn Regionalität allein keine Garantie für Klimaschutz oder Ökologie ist, hat sie starke wirtschaftliche Vorteile für dich und für die Region:
1. Die Wertschöpfung bleibt in der Region
Wenn du direkt in deiner Nähe einkaufst, unterstützt du Menschen, die hier leben und arbeiten. Dadurch entstehen stabile Einkommen, lokale Arbeitsplätze und lebendige ländliche Räume.
2. Kleinere Betriebe werden gestärkt
Viele Bio-Betriebe wirtschaften im kleinen Massstab. Direkte Kundenbeziehungen geben ihnen Planungssicherheit und ermöglichen faire Preise ohne Zwischenhandel.
3. Regionale Kreisläufe werden stabiler
Kurze Wege zwischen Produktion und Konsum schaffen robuste Versorgungsstrukturen. Dies verstärkt die Bedeutung des regionaler Anbauss. Das macht die Region unabhängiger von globalen Schwankungen und stärkt die Ernährungssouveränität.
4. Qualität wird sichtbarer
Wenn du weisst, wer deine Lebensmittel produziert, kannst du vertrauen. Das ist nicht nur emotional wertvoll, sondern fördert auch höhere Qualitätsstandards und mehr Transparenz.
Regionalität ist kein Selbstläufer. Doch in Kombination mit Bio, Saisonalität und transparenten Produktionsweisen entfaltet sie ihre volle Wirkung: ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich stärkend und für dich als Konsument:in klar nachvollziehbar.
Wenn du beim nächsten Einkauf regionale Bio-Produkte wählst, trägst du zu einer nachhaltigeren Ernährung und zu einer lebendigen, widerstandsfähigen regionalen Wirtschaft bei.
Tipps zum Einkauf regionaler Produkte
Um das volle Potenzial von regionalen Produkten auszunutzen, kannst du auf einige Tipps achten: Besuche regelmässig Wochenmärkte, informiere dich über beginnende Saisonzeiten wie die Spargelsaison in deiner Region und nutze Hofläden oder Biomondo, um die besten Produkte direkt vom Erzeuger zu erhalten. Diese Strategien bieten nicht nur Vorteile in Bezug auf Frische und Qualität, sondern unterstützen auch nachhaltig die lokale Wirtschaft und Landwirtschaft, einschliesslich des regionalen Obst- und Gemüseanbaus.
10.2.2026



