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Trockenheit & Futterbau: Was können Betriebe jetzt tun?
Trockene Sommer setzen Wiesen und Weiden unter Druck. Das Jahr 2026 hat vielerorts gezeigt, wie stark ausbleibender Regen die Futterproduktion beeinträchtigen kann: Schnitte fallen aus, das Wachstum kommt zum Stillstand und auf besonders trockenen Standorten können Pflanzen vollständig absterben. Wie gut sich ein Bestand von der Trockenheit erholt, hängt unter anderem von Standort, Boden, Nutzung und Pflanzenzusammensetzung ab. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Arten: Leguminosen wie Rotklee, Weissklee, Luzerne und Esparsette kommen häufig besser mit Trockenheit zurecht als viele Gräser. Bei den Gräsern gilt insbesondere der tiefwurzelnde Rohrschwingel als trockenheitstolerant.

Während der Trockenheit: Grasnarbe schonen
Bei Trockenheit ist eine zurückhaltende Nutzung besonders wichtig. Häufige und tiefe Nutzung schwächt die Pflanzen und ihre Wurzeln und kann die Erholung nach der Trockenperiode erschweren.
Das hilft während trockener Phasen:
- Nutzung reduzieren oder vorübergehend aussetzen
- Überweidung vermeiden
- Schnitthöhe erhöhen
- genügend Restaufwuchs stehen lassen
- auf Düngung und Striegeln verzichten
Auch eine angepasste Fütterung kann die Grasnarbe entlasten. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, Tiere gezielt zuzufüttern, die Weideintensität zu reduzieren oder die Tiere vorübergehend im Stall zu füttern.
Nach dem Regen: Geduld statt sofortiger Übersaat
Viele Wiesen können sich nach einer Trockenperiode erstaunlich gut erholen. Mit den Niederschlägen wird auch im Boden wieder mehr Stickstoff verfügbar. Eine zusätzliche Stickstoffdüngung ist deshalb häufig nicht nötig; auch Hofdünger sollte nach einer Trockenperiode nur zurückhaltend eingesetzt werden. Auch mit einer Übersaat sollte man zunächst abwarten. Ob Pflanzen tatsächlich abgestorben sind, lässt sich überprüfen, indem man die Stoppeln ausgräbt und nach grünen Trieben sucht. Erst bei dauerhaften, grösseren Lücken ist eine Übersaat oder Neuansaat sinnvoll. Wichtig ist dabei ausreichend Bodenfeuchtigkeit – eine Saat in weiterhin trockenen Boden birgt ein hohes Risiko für Fehlstellen.
Wenn das Futter knapp wird
Fällt durch die Trockenheit Futter aus, können Zwischenfutter einen Teil der Lücke schliessen. Je nach Saatzeit kommen beispielsweise Mischungen aus Raigras und Klee oder Wick-Hafer-Erbsen infrage. Für sehr späte Saaten kann Grünschnittroggen eine Notlösung sein. Auch Stoppelrüben oder andere Zwischenfutter können genutzt werden, wobei Fütterungsanteile und Fruchtfolge berücksichtigt werden müssen.
Langfristig sind ausreichende Futterreserven eine der wichtigsten Vorsorgemassnahmen. Die AGFF empfiehlt mindestens 2 Tonnen Trockenmasse pro Hektare beziehungsweise 1 Tonne Trockenmasse pro Grossvieheinheit.
Für kommende Trockenperioden vorsorgen
Mit zunehmenden Wetterextremen gewinnt eine standortangepasste Bewirtschaftung an Bedeutung. Dazu gehören unter anderem trockenheitstolerante Mischungen, angepasste Weidesysteme, Zwischenfutter und Untersaaten sowie ein Tierbestand, der zum betriebseigenen Futterpotenzial passt.
Mehr Tipps für die Praxis
Webinar: Trockenheit und Futterbau
In zwei Webinaren werden die aktuellen Herausforderungen durch die Trockenheit aufgegriffen. Im Zentrum stehen praktische Empfehlungen für den Futterbau und die aktuelle Situation auf den Betrieben.
Deutsch: 1. September 2026, 19.00 Uhr
Französisch: 2. September 2026, 19.00 Uhr
Ablauf
19.00 Uhr Begrüssung
19.05 Uhr Referat von Julie Klötzli, AGFF
19.35 Uhr Fragen und Diskussion
20.00 Uhr Ende
Die deutschsprachige Veranstaltung wird von Beatrice Scheurer, Bio Suisse, moderiert.
25.8.2026



